Für die Whanganui River Journey hatten wir eine drei Tage Kanutour von Whakahoro bis nach Pipiriki geplant. Leider hat uns aber ein kräftiges Tropentief in Neuseeland erreicht. Durch die angekündigten, teilweise schweren Regenfälle und die dadurch möglicherweise erhöhten Wasserstände im Fluss mussten wir etwas umdispunieren, da der obere Abschnitt des Whanganui River durch die tieferen und engeren Schluchten gesperrt wurde.
Statt unseres ursprünglichen Plans wurden wir daher von Pipiriki aus mit einem Jetboot den Fluss hinauf zum Mangapurua Landing an der "Bridge to Nowhere" gebracht. So haben wir zwar leider den wohl spektakulärsten Abschnitt verpasst, aber man muss sich da wohl den Gegebenheiten anpassen 😅 Also haben wir die Fahrt mit dem Jetboot genossen und sind mit einer kurzen Wanderung zur "Bridge to Nowhere" gestartet. Die Betonbrücke steht tatsächlich mitten im Nirgendwo und stammt aus den 30er Jahren, als man versuchte die Täler dort zu besiedeln und landwirtschaftlich zu nutzen. Die Bedingungen dort waren aber so widrig und abgelegen, dass kurz nach der Fertigstellung der Brücke keine Siedler mehr in der Gegend lebten. So wurde die Brücke quasi ins Nirgendwo gebaut und ist seit dem vor allem einem Touristenattraktion die zum Wundern anregt 😄
Nach unserer kleinen Wanderung sind wir dann mit den Kanus bei einem recht normalen Wasserstand Richtung Tieke, unserer Campsite für die Nacht, gestartet. Auf der recht kurzen zweistündingen Fahrt haben wir die tollen Ausblicke auf dem tief eingeschnitten Fluss bewundert, bevor wir am Nachmittag unser Lager in Tieke aufgeschlagen haben. Die Campsite liegt hier an einem Marae des dortigen Iwis, die den Fluss seit Jahrhunderten besiedeln.

Für den nächsten Morgen stand die bange Frage im Raum, ob wir mit den Kanus fahren können oder ob wir warten bzw. ein Jetboot wieder hinaus nehmen müssen. Über die Nacht hatten die kräftigen Regenfälle eingesetzt, allerdings war der Wasserstand nicht wie befürchtet stark angestiegen, so dass wir unsere Tour fortsetzen konnten. Der zweite Tag war zwar eine längere Tour als am ersten Tag, aber durch die erhöhte Flussströmung immer noch recht muskelschonend 😅 So konnten wir diese Tour voll ausgekosten und die Höhlen und Nebenflüsse entlang des Whanganui Rivers mit erkunden. Am frühen Nachmittag waren wir wieder in Pipiriki und sehr froh, dass wir wenigstens die verkürzte Version der Whanganui River Journey mitnehmen konnten.
