Die vier Tage in Te Anau sind wie im Fluge vergangen und schon stand mit dem Milford Track der nächste Great Walk an. Der Milford Track ist so etwas wie das Aushängeschild der Great Walks. Wir waren ziemlich glücklich, dass wir ihn buchen konnten, da er immer innerhalb der ersten Tage vergriffen ist.
Morgens sind wir zum Ableger Te Anau Downs aufgebrochen, von wo aus wir mit dem Wassertaxi Richtung Glade Wharf, dem Einstieg des Tracks, gebracht wurden.
Da der Track sehr stark nachgefragt und gleichzeitig aber (je nach Witterung) auch nicht ungefährlich ist, kann man den Great Walk tatsächlich nur in eine Richtung und mit jeder Hütte (Clinton Hut, Mintaro Hut, Dumpling Hut) buchen. Dies dient vor allem dazu, dass das DOC kurzfristig gut auf Trackschließungen oder Schäden am Weg reagieren kann.
Angekommen an der Glade Wharf stand dann am ersten Tag nur eine kurze Strecke entlang des Clinton Rivers an. Die uns umgebenden Bergen konnte wir aber nur erahnen, da es doch noch gut geregnet hat.
An der Hütte angekommen hatten wir Gelegenheit die anderen 40 Wanderer, die wir die nächsten drei Tage entlang des Weges und in den Hütten immer treffen würden, kennenzulernen. Wir hatten hier wirklich Glück und haben eine tolle Gruppe erwischt, mit denen wir die Erfahrungen der nächsten Tage teilen konnten 😊

Mit dem Wassertaxi ging es über den Lake Te Anau entlang der Wolken verhangenen Berge zum Startpunkt des Tracks. Am glasklaren Clinton River ging es das Tal hinauf zur ersten Hütte. Man kann die Gipfel der Berge zwar nicht sehen, das monumentale aber spüren und erahnen. Bei dem regnerischen Wetter sucht man sich besser einen Unterschlupf 🍄
Nach einem langen Nachmittag und Abend in der Clinton Hut, haben wir uns am nächsten Morgen entlang des Clinton Rivers auf zur Mintaro Hut gemacht. Das Wetter war immer noch recht nieselig, daher konnten wir leider die Berge entlang des Tals nur bis zu ihren Schultern/Karen sehen, dafür hatten die Wasserfälle um so mehr Wasser und haben sehr zum Staunen eingeladen. Auch die Felsformationen und wirklich steilen Berghänge waren sehr beeindruckend. Durch das anstehende und harte Granitgestein sind die durch Gletscher geschaffen, steilen Berghänge sehr stabil und tragen sich nicht so stark ab. Dadurch entsteht eine monumentale Landschaft - auch wenn wir bisher nur die untere Hälfte sehen konnten 😅


Abends haben wir dann nach einem kurzen "Dip" im Clinton River noch ausführlich mit den Leuten in der Gruppe gequatscht, bevor es dann zu der verdienten Bettruhe ging.

Klapper, klapper, Rums 💥 Morgens um kurz vor sechs haben die Keas die Hütte geweckt und uns daran erinnert, dass wir in ihren Gefilden unterwegs sind. Ein ganzer Trupp war aufgeschlagen und hat erstmal alles erkundet - Feuerholz über die Verander rollen und die Treppe runterschmeißen, Dinge über das Dach purzeln lassen (das hallt so schön), alles annibbeln, was nicht niet- und nagelfest ist. Man musste wirklich aufpassen, dass man nicht aus Versehen einen Kea mit rein in die Hütte lässt - es wurde schon fleißig vor den Türen gewartet. Aber letztlich haben die Keas nach ein zwei Stunden ihr Interesse an der Hütte verloren und sind wieder von dannen gezogen.
Durch die Keas waren letztlich auch alle Wanderer früh wach und alle sind zeitig und motiviert Richtung MacInnon Pass aufgebrochen. Schließlich gab es im Hut Talk den Abend vorher die frohe Botschaft: Gegen Mittag sollte die Wolkendecke aufreißen und den Blick auf die Berge freigeben 🙌 Sehr passend, dass das zum alpinen Tag des Tracks vorhergesagt wurde. 😁
Oben am Pass angekommen haben adie meisten aus der Gruppe im kleinen Shelter ausgeharrt und auf den magischen Moment gewartet... und gewartet... und gewartet. Als es dann immer später wurde, leerte sich der Shelter dann auch wieder merklich und die Leute machten sich auf den Weg ins Tal. Schließlich standen noch 4-5 Stunden steiler Abstieg durch unwegsames Gelände an.
Nachdem wir noch eine halbe Stunde länger ausgeharrt hatten, haben auch wir uns (etwas enttäuscht) an den Abstieg gemacht. Doch kaum waren wir 5 Minuten abgestiegen, konnten wir in einem kleinen Seitental die ersten Sonnenstrahlen und die erste Fernsicht genießen. Nachdem wir diese ausgiebig aufgenommen hatten, lichtete es sich immer weiter auf und oben vom Pass konnte man die ersten Freudenrufe hören. Wir sind also umgekehrt und haben uns wieder zum Shelter aufgemacht. Oben angekommen konnten wir dann den Blick über das Clinton Valley und das Milford Valley genießen. Was ein Anblick ☺️

Nach dem Aufstieg waren wir erstmal noch in den Wolken gelandet. Doch dann klarte es zum Glück auf und wir konnten die Panoramen über das Clinton und Milford Valley genießen.


Glücklich, dass wir die Aussicht doch nicht verpasst haben sind wir abgestiegen und haben uns über Fels und Stein auf zur Talsohle gemacht. Unten angekommen haben wir weitere Mitglieder unserer Gruppe getroffen und uns mit ihnen auf zu den Sutherland Falls gemacht. Diese sind mit 580(!) Metern die höchsten Wasserfälle Neuseelands. Der Anblick war fantastisch 😌 ein wahres Naturschauspiel. Natürlich konnten wir es uns dann nicht entgehen lassen uns im See am Wasserfall kurz zu erfrischen 🏊♂️🥶

Nachdem wir uns vom Anblick des Wasserfalls loseisen konnten ging es die letzten Kilometer zur Dumpling Hut. Wunderschön gelegen, mit fantastischen Ausblick und einer tollen Badestelle im Fluss. Das einzige Manko - eine schier unvorstellbare Masse an Sandflies 😵💫
Dort angekommen haben wir uns kurz im Fluss erfrischt und im Anschluss ausgiebig mit unseren MitwanderInnen über diesen tollen Tag ausgetauscht. Nach einem wirklich anstrengenden, langen aber erfüllenden Tag war es dann irgendwann aber auch Zeit für den Schlafsack. Am nächsten Tag standen schließlich noch mal 18 Kilometer an, die wir bis zum Mittag zurückgelegt haben mussten, denn wir hatten für den Nachmittag noch eine Bootstour über den Milford Sound geplant.

Nach den Sutherland Falls ging es das Milford Valley entlang zur Dumpling Hut. Der Fluss hat wieder mal sehr zum Baden eingeladen 😁
Nach dem Frühstück sind wir zeitig aufgebrochen um die letzten Kilometer zurück zu legen. Es war ein komisches Gefühl, sich von den Leuten in der Gruppe zu verabschieden. Wir hatten wirklich eine tolle gemeinsame Zeit gehabt und die schönen Erfahrungen wurden durch die Gruppe noch verstärkt. Das Wetter war zum Glück sonnig geblieben und so konnten wir entlang des Weges immer wieder die tollen Aussichten, und Wasserfälle des Milford Tracks genießen.
Nach einem anstrengenden Walk ohne großen Pausen sind wir dann pünktlich zum Mittag am Anleger für das Wassertaxi Richtung Milford Sound angekommen.

Am letzen Tag ging es den Rest des Milford Valleys hinab zum Milford Sound. Dabei konnten wir natürlich herrliche Aussichten genießen ☺️ Am Ende waren wir sehr glücklich, die Gelegenheit bekommen zu haben diesen Track zu erwandern.
Milford Sound
Als Schmankerl nach dem Milford Track hatten wir uns im Vorfeld eine Schiffsfahrt durch den Milford Sound gebucht. Vor der Tour haben wir uns noch in Café etwas von den Strapazen und Entbehrlichkeiten der vergangenen Tage erholt 😉 Da auch allen anderen aus unserer Milford Track Gruppe ca. gegen Mittag zurückgekommen sind, gab es hier doch nochmal das eine oder andere freudige Wiedersehen und Pläuschchen.
Nach der kurzen Stärkung ging es dann auf das Schiff und was hatten wir für ein Glück mit dem Wetter! 😁🗻🌤 Aber seht selbst:



Sogar ein paar Delfine haben vorbeigeschaut 😊

Nach der Bootstour ging es dann mit dem Bus zurück nach Te Anau Downs. Hier hatten wir ein tolles Unternehmen erwischt, dass entlang der Weges immer mal wieder Stopps eingelegt hat, so dass wir uns nochmal das Eglington Valley und die Darren Mountains am Milford Sound im Sonnenlicht anschauen konnten ☺️

In Te Anau Downs angekommen gab es die nächste freudige Überraschung: Wir haben hier nochmals Leute aus unserer Gruppe wiedergetroffen und kurzerhand mit Ihnen den Abend und Sonnenuntergang gemeinsam am Lake Te Anau verbracht. Alle haben ihre Campervans und Autos nach Vorräte durchkramt (nach dem Track sind die überlicherweise etwas mau😅🙄), aber gemeinsam haben wir dann sogar noch ein nettes Abendessen zusammengestellt bekommen. Das war ein wirklich gelungener Abschluss für diese tolle Wanderung über den Milford Track.

