Vom 17.12.25 bis zum 19.12.25 sind wir also den Great Walk am Lake Waikaremoana gelaufen. Der Wanderweg läuft entlang des namengebenden Sees und kann von Süd nach Nord oder umgekehrt angegangen werden. Um zum Startpunkt zu gelangen bzw. um dorthin wieder zurückzukehren, braucht es ein Wassertaxi über den See.

Wir haben die Route von Nord nach Süd angegangen und sind daher am ersten Tag mit dem Wassertaxi von Onepoto (dort sind die Autostellplätze) nach Whanganui gefahren. Unterwegs auf dem Wasser gab es schon mal eine tolle Sicht auf die Berge und Wälder von Te Urewera.

Nach dem Anlegen haben wir uns in Richtung unserer ersten Hütte aufgemacht, der Waiharuru Hut. Da der nördlichste Abschnitt des Tracks akutell mit dem Wassertaxi nicht mehr erreichbar ist, war unser erster Wegabschnitt verkürzt und wir hatten einen sehr entspannten ersten Tag. So konnten wir uns etwas Ruhe gönnen und Te Urewera auf uns wirken lassen. In dem kurzen Abschnitt konnten wir bereits schon einiges an Farnwäldern bestaunen. Am Abend gab es einen Empfang durch den Parkwächter Anthony. Er hat neben den, für Ranger üblichen, Einweisungen zur Hütten-Etiquette und dem Wetter und Wanderweg auch einen Überblick über Te Urewera und dessen Bedeutung für das Volk der Tūhoe gegeben. Dazu gehörte auch eine formelle Begrüßung auf Maori.

Bereits die Fahrt mit dem Wassertaxi war spektakulär. Durch den Regenwald ging es dann zur ersten Hütte, wo man eine schöne Aussicht über den See und die umliegenden Berge hatte.

Ein von Farnen, Moosen und Flechten geprägter Urwald und temperater Regenwald.


Am zweiten Tag und längsten Abschnitt der Wanderung sind wir bis zur Waiopaoa Hut gelaufen. Immer dem Seeufer folgend, schlängelte sich der Weg durch den Farn- und Regenwald. Es gab einige Wasserfälle zu bestaunen und insbesondere der Korokoro-Wasserfall ist ein Naturschauspiel und fasst den Urwald-Charakter des Waldgebietes gut zusammen. Nach einer kurzen Erfrischung im See, gab es abends an der Hütte wieder eine kurze Einweisung durch die Tūhoe und es wurden ein paar Geschichten aus ihrer Mythologie erzählt.

Frohen Mutes und frisch geht es an den zweiten Tag. Durch dichten Regenwald, über Flüsse und entlang von Baumriesen gelangen wir auch immer wieder an den See und haben dort einen schönen Weitblick oder eine kurze Erfrischung 🏊‍♂️

Weiter bestimmen Flechten und Farne das Waldbild. Hier gibt es allerlei skurile und vor allem große Exemplare. Die Libelle ist endemisch und heißt auf Maori Kapokakowai - und ist ebenfalls sehr groß.

Die Korokoro-Wasserfälle


Am dritten Tag stand der Auf- und Abstieg auf den Panekire an. Nach einem steilen Anstieg sind wir sehr schnell in den unglaublichen Regenwald in den höheren Lagen gelangt. Kein Baum war nicht von Moosen bedeckt. Ein einmaliger Anblick, der durch tolle Aussichten auf den See noch ergänzt wurde. Ebenfalls konnten wir unterwegs einige Vögeln beobachten, unter anderem einen Kaka, der durch die Bäume tollte. Nach dem Abstieg sind wir dann recht schnell am Autostellplatz angekommen und haben uns auf nach Napier gemacht.

Am dritten Tag ging es die Panekire Range hinauf und die Moose dominierten hier den Regenwald. Der Wald wirkt dadurch noch älter und verwunschener.



Der Blick von Panekire über den See ist fantastisch - aber es ist dort unglaublich windig - also gut festhalten 🌬


Insgesamt war es eine tolle Erfahrung den Great Walk zu laufen. Man merkt zwar, dass die Tūhoe noch mit der Organisation des Tracks kämpfen, aber man bekommt als Manuhiri (Besucher) hier mehr als nur eine Wander-Erfahrung. Insbesondere die Parkwächter geben sich große Mühe zu vermitteln, dass Te Urewera nicht nur allein ein geographisches Gebiet und Ökosystem ist, sondern auch ein Kultur- und Geschichtsraum für die Menschen, die dort seit vielen hunderten Jahren leben, und in Summe als ein "eigenständiges Wesen" betrachtet werden muss. Das bildet sich auch darin ab, dass Te Urewera vor dem Gesetz als eigene juristische Person gilt.


Wer noch weitere Infos zum Track nachlesen möchte, kann hier nachschauen:

https://www.southernjourneys.co.nz/docs/lake-waikaremoana-track.pdf